Blutegel in einer Petrischale
Die Blutegeltherapie ist ein traditionelles Verfahren zur Behandlung von einer Reihe an Erkrankungen. Die für die Therapien eingesetzten Egel sind Zuchttiere, da keine Wildfänge benutzt werden dürfen. Sie geben mit dem Saugvorgang über den Speichel eine Vielzahl von medizinischen Substanzen an das erkrankte Tier ab. Die Wirkstoffkombination ist in ihrer Zusammensetzung unerreicht und aufgrund dieser gelten Blutegel als Fertigarzneimittel!

Wirkung der Blutegeltherapie

Durch den Biss des Egels werden an das Wirtstier u.a. Lokalanästhetikum und der Gerinnungshemmer Hirudin abgegeben. Durch die Gerinnungshemmung wird die lokale Blutzirkulation angeregt, was wiederum einen stark positiven Einfluss auf die Stoffwechselaktivität hat.
Der Effekt tritt unmittelbar nach den Ansatz ein und hat häufig eine Langzeitwirkung. Abhängig von der Indikation, reicht häufig eine einmalige Anwendung aus.
 

Ablauf der Therapie

Zur Vorbereitung werden dem Patienten die entsprechenden Ansatzstellen rasiert. Anschließend werden die Egel an die vorgesehenen Stellen gesetzt. Hier saugen sie sich dann fest und beginnen sich mit den Calcitzähnchen behutsam in die Haut zu sägen. Dabei gibt er die schmerzlindernden Substanzen ab, wodurch dieser Vorgang relativ schmerzlos vonstatten geht. Beim Saugen werden die Wirkstoffe in das Gewebe geleitet und nach ca. 15-60 Minuten fällt der Blutegel von selbst wieder ab. Durch das Polipeptid Saratin bleibt die Bissstelle bis zu 12 Stunden offen, wodurch es zu einer Nachblutung kommt, die wiederum einen therapeutischen Effekt hat.
Die Wunde bleibt, da wo keine Verunreinigung droht, ohne Abdeckung, um das Nachbluten zu ermöglichen!
Blutegel am Hals Einsatz eines Blutegels am Knie
Blutegel am HufEinsatz eines Blutegels am Huf

Reaktionen der Tiere

In der Regel werden die Blutegel ohne Abwehrreaktion geduldet. Beim Sägebeginn wird meistens noch versucht den Egel loszuwerden. Sobald der Saugvorgang aber beginnt, beruhigen sich die Tiere und entspannen sich, manche schlafen dabei sogar ein.

Die am häufigsten zu behandelnde Erkrankungen sind:

• Muskelverhärtungen

• Arthrose/Arthritis

• Hufrehe

• Gelenksfehlbildungen (HD)

• Bänder- und Sehnenerkrankungen

• Lumbago

• Wundheilungsstörungen

• Blutergüsse

• Venenerkrankungen (Thrombophlebitis, Thrombose)

• Wirbelsäulenerkrankungen (Kissing Spines)

• Ekzeme

• Durchblutungsstörungen

• Abszesse

• Nervenstörungen

• Gesäugeentzündungen

• Zahn- und Kieferprobleme

• Narbenstörungen

 

Tierarten

Die Therapie wird am häufigsten an Pferden, Hunden und Katzen angewandt, wobei sie aber für alle Warmblüter geeignet ist.